HG 85 Köthen tritt beim USV Halle an

von drh

Endlich wieder ein Derby, das seinen Namen verdient. Und was für eins! Für die HG 85 Köthen steht das erste Auswärtsspiel des Kalenderjahres 2019 auf dem Programm. Halle gehört seit vielen Jahren auf die Handball-Landkarte Mitteldeutschlands. Die Gäste reisen als Tabellenfünfter an, während sich die Gastgeber auf dem 12. Tabellenrang wiederfinden.

Besonders auswärts haben die Männer von Trainer Dr. Bodo Kreutzmann so ihre Probleme. Bis auf die Siege in Freiberg und Pirna konnten sie ihr Leistungsvermögen in fremden Hallen nicht abrufen. Die Tatsache, dass die Hallenser bisher erst zwei Niederlagen und eine Punkteteilung in ihrer Spielstätte abgeliefert haben, macht die Aufgabe am Sonnabend für die Köthener nicht einfacher. Ein Schwächeanfall, wie ihn sich die Bachstädter zuletzt gegen Plauen-Oberlosa erlaubten, darf sich nicht wiederholen, zumal Trainerin Ines Seidler die Schwächedetails in der Heinz-Fricke-Halle miterlebt hat und ihre Konsequenzen inzwischen abgeleitet haben dürfte. Man darf gespannt sein, wie die Bachstädter die beabsichtigte Spielidee des USV, der nicht befreit auftreten kann, knacken wollen. In Pirna ging der Matchplan der Köthener auf. In Halle soll eine Wiederholung her. Dabei wird es nicht um einen Schönheitspreis gehen.

Die Hallenser starteten sehr erfolgreich in die Saison. Die Spiele gegen Z HC Grubenlampe, SV Plauen-Oberlosa, HSG Freiberg und HBV Jena bescherten den Saalestädtern 6:2 Punkte. Mit der Auswärtsniederlage bei der HG 85 Köthen nahm ein Negativlauf seinen Anfang. Alle sechs weiteren Spiele gingen verloren, so in Delitzsch, Aschersleben, beim HC Plauen, HC Elbflorenz II und noch bitterer zu Hause gegen Oebisfelde und Burgenland. Ein Sieg gegen Apolda unterbrach den Abwärtstrend, der sich danach mit der Niederlage in Pirna fortsetzte. Der Rückrundenstart verlief dann wieder erfolgreich. In Zwickau teilte man sich die Punkte. Und was der HG 85 Köthen gegen Plauen-Oberlosa nicht gelang, schaffte der HC mit dem 27:25-Sieg gegen die Spitzenstädter.

Das kommende Match birgt einige Unwägbarkeiten: Ein abstiegsgefährdeter Tabellenzwölfter ist schwer einzuschätzen. Mittelmann Robin Johns Form ist aufsteigend. Er war gegen Plauen-Oberlosa Denker, Lenker und Vollstrecker in Personalunion und erzielte dabei sieben Feldtore. Der Ex-Köthener scheint zudem besonders motiviert zu sein. Maximilian Haase rangiert mit 91/16 Toren an 7. Stelle der Torschützenliste der Mitteldeutschen Oberliga. Mit ihm hat der USV einen wurfgewaltigen Rückraumspieler in seinen Reihen, der sich in den letzten fünf Spielen gleich 41 Mal in die Torschützenliste eintragen konnte. Das wird eine enorme Herausforderung für die Köthener Abwehr, diesen Erfolgsweg des Shooters auszubremsen. Und mit der Rückkehr von Chris Heyer und Nicolas Behrends vom SV Anhalt Bernburg hat sich das durch den Ausfall von Pierre Sogalla geschwächte Offensivpotenzial wieder verstärkt. Beide Mannschaften sind nicht breit aufgestellt, aber spielstark und setzen auf Tempo. Wenn man es nicht schafft, ihr Tempogegenstoßspiel zu unterbinden, bekommt man große Probleme. Vor dem kommenden Gegner sollten die Köthener hinreichend gewarnt sein. Wer diesmal gut vorbereitet ist und einen klaren Plan hat, zu dem auch taktische Fallen, in die man die gegnerische Mannschaft lockt gehören, wird am Ende die zwei Punkte einsammeln. Auf jeden Fall kommt mit dem USV Halle auf die HG 85 ein weiterer ordentlicher Brocken zu. Auch wenn sich die Gastgeber im wahrsten Sinne des Wortes in rauer See befinden, so werden sie alles versuchen, um gegen die Bachstädter ein positives Ergebnis zu erzielen. Vergleiche mit dem Team aus der Saalestadt gab es bislang reichlich. Dabei sprangen für die Bachstädter 17 Siege, 6 Unentschieden und 6 Niederlagen heraus, die im Statistik-Archiv stehen.

Bei allem Stress wird beim USV auch ein Hauch Wiedersehensfreude mitschwingen. Robert Wagner und Robin John haben nämlich in der Vergangenheit auch schon das Köthener Trikot getragen. Während des Spiels wird man darauf keine Rücksicht nehmen.

Trotz eines weiteren Schönheitsfleckes in der Saisonbilanz – der Niederlage gegen Plauen-Oberlosa - muss sich die HG 85 wieder auf ihre Stärken besinnen. Die Favoritenrolle hat sie trotz des besseren Tabellenplatzes beim USV nicht. Der Respekt vor der Aufgabe ist absolut angebracht.

Die Schiedsrichter Tino Franke und Thomas Perll pfeifen die Partie um 19.00 Uhr an.

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