HG 85 Köthen brennt auf Revanche gegen den HV RW Staßfurt

von drh

9.9.2017, Paul-Merkewitz-Halle, Halbzeitstand 7:8, Endergebnis 20:19 – Daten aus dem Hinspiel zwischen dem HV RW Staßfurt und der HG 85 Köthen. Dieser Stachel sitzt noch tief, war es doch bisher die einzige Niederlage der Bachstädter in der laufenden Saison.

Dabei war dieser Doppelpunktverlust durchaus vermeidbar, aber drei Gründe führten zur Niederlage: 1. die eigene Angriffsschwäche an diesem Abend, 2. die durch den Gastgeber mit großer Härte das Regelwerk strapazierte Spielweise ohne disziplinarische Folgen durch die Schiedsrichter und 3. der damit verbundene Ausfall von Abwehrchef Martin Lux nach einem Foul von Nils Hähnel. Das erfahrene Schiedsrichtergespann Ray Hanschke und Ralf Tacke (HSV Weinböhla), das das Derby diesmal leitet, hat schon oft bewiesen, das Regelwerk mit Übersicht und Fingerspitzengefühl anzuwenden.

Wenn die Mannschaft von Trainer Svajunas Kairis an die mehrheitlich überzeugenden Leistungen in der Heinz-Fricke-Halle anknüpft, dann sollten die Salzländer auch die Heimstärke des Tabellenzweiten zu spüren bekommen und ohne Punkte die Heimreise antreten. Seit der Saison 2007/08 bis jetzt mussten sie diese Kröte widerwillig schlucken. Die HG 85 hat sich fest vorgenommen, ihre Erfolgsserie (12 Spiele in Folge nicht verloren) gegen den Tabellenvorletzten nicht abreißen zu lassen. Dabei will sie das vorhandene Mannschaftspotenzial erneut effektiv zum Einsatz bringen, um weiterhin im Titelrennen dabei zu sein.

Die Staßfurter reisen mit einem negativen Punktestand an, der sie in gefährliche Regionen der Tabelle manövriert hat. Auswärts haben sie erst einen einzigen Zähler beim HC Elbflorenz II ihrem Konto gutgeschrieben. Dreimal konnten sie in der Hinrunde mit ihrem ehemaligen Trainer Uwe Werkmeister triumphieren, zu wenig, um sicher zu sein, in der Mitteldeutschen Oberliga zu bleiben. Die desolate Vorstellung am 11.11.2017 gegen den HC Burgenland (24:31), ließ bei den Verantwortlichen das Fass überlaufen. So entschied sich der Vorstand, Uwe Werkmeister zu beurlauben und zunächst mit Enrico Lampe eine Interimslösung zu installieren. Der erste Auftritt unter seiner Regie beim SV 04 Plauen-Oberlosa war zwar auch noch ein Negativerlebnis (23:19), aber im darauffolgenden Heimspiel gegen den Tabellenletzten HC Glauchau – Meerane konnten die eigenen Fans endlich wieder nach dem 28:26 feiern. Bereits am 9.12.17 saß Sven Liesegang auf dem Trainerstuhl und entführte mit seiner Mannschaft aus Dresden (22:22) einen Punkt. Die Punktesammlung fand in dem Heimspiel gegen den HC Aschersleben, das Enrico Lampe für den erkrankten Sven Liesegang an der Linie betreute, keine Fortsetzung. Ein Grund dafür waren sicher auch die Roten Karten gegen Andreas Steinbrink und Nils Hähnel. Auch gegen den USV Halle (27:32) hatten die Staßfurter das Nachsehen.

Der derzeitige Punktestand von 7:21 reicht aktuell nur für den 13. Tabellenrang, der den Abstieg bedeuten würde. Aus dieser Gefahrenzone bei der engen Tabellenkonstellation herauszukommen wird bei den nächsten Spielen auch nicht einfach. Unsere Gäste haben vier Abgänge durch fünf Zugänge kompensiert. Mit Andreas Steinbrink und Christian Schöne verpflichteten sie zwei routinierte Spieler, die mit ihrer Erfahrung den Klassenerhalt sichern sollen. Nils Hähnel (RR) und Patrick Tuchen, die eigentlich schon den Kader verlassen hatten, helfen dem Team wieder.

Als Grundlage des angestrebten Erfolges der Kairis-Sieben wird, wie in den zurückliegenden Spielen, die eigene Defensive sein. Die gewachsene Gegenstoßquote hatte ihre Basis in der beweglichen Abwehr der Köthener und ihren beiden Torhütern. Gelingt es erneut, diese Qualität, die auch beim 27:19-Sieg in Plauen zum Erfolg geführt hat, abzurufen, dürfte Staßfurt vor einer großen Hürde stehen, die sie überspringen muss, um erfolgreich zu sein. Mitentscheidend über den Ausgang dieser Partie wird auch die Chancenverwertung sein, die gegen den HC Einheit Plauen ein weiteres Siegkriterium war. Darauf gilt es aufzubauen und diese Leistung über die komplette Spielzeit zu zeigen. Sich aber auf der sicheren Seite zu wähnen, kann ins Auge gehen, aber das wissen die Spieler selbst.

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