SG LVB Leipzig gegen HG 85 Köthen (21 : 22)

HG 85 beendet in der Brüderhalle die Siegserie des Tabellenführers

von drh

HG 85 Köthen landet einen 22:21-Sieg der Moral und fügt dem Tabellenführer die ersten Minuspunkte auf das Konto

Die HG 85 Köthen hat am Samstagabend in der Brüderhalle der Messestadt Leipzig ein von hoher Kampfmoral getragenes Handballspiel abgeliefert und dem Tabellenersten in den letzten fünfzehn Minuten des Spiels die Grenzen aufgezeigt.

Lukas Krug, der sich mit fünf Treffern verantwortlich zeigte, strahlte nach Spielende zurecht über das ganze Gesicht: „Wir haben unseren Matchplan zielstrebig verfolgt, aber dass wir nach dem 5-Tore-Rückstand gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit noch einmal solche Kräfte mobilisieren konnten, war eine absolute Topleistung der Mannschaft. Wir sind in die zweite Hälfte gestartet, wo eigentlich elf Minuten lang gar nichts lief, uns kein einziger Treffer gelang. Aber in der letzten Viertelstunde haben wir richtig guten Handball geboten, unsere Spielzüge akribisch vorbereitet und sind in die Nahtstellen gegangen, wo sich die Torchancen ergaben und die wir eiskalt genutzt haben. Meines Erachtens war es ein kreatives, ansehnliches Spiel.“

Den finalen Siegtreffer erzielte Stefan Luther in der 59. Minute. Seine Bilanz fiel ebenso positiv aus: „Wir haben 60 Minuten an den Sieg geglaubt und haben uns in der Halbzeitpause, wo alles noch offen war, vorgenommen, egal wie es steht, jeder kämpft für jeden anderen im Team. So haben wir uns selbst nach dem fast aussichtlosen Rückstand nach der Pause zusammengerauft. Dass ich den letzten Treffer zum 20:22 erzielt habe, freut mich besonders.“

David Heinig (2 Tore), dessen Wirkungsgrad Lukas Alter durch eine offene Manndeckung zeitweise begrenzte, legte nach Spielende den Finger in die Wunde des Verlierers: „Wir haben im Angriff einfach zu viel verworfen und schlechte Entscheidungen getroffen. Unsere Abwehr stand bis auf ein paar Phasen ganz gut. Letztlich haben wir das Spiel in der Offensive verloren.“

Den Torreigen eröffnet Lukas Krug mit dem ersten Treffer des Spiels zur 1:0-Führung (3.) der Gäste. Wenngleich er eine Minute später einen Strafwurf nicht unterbringen konnte, war er es aber, der die zwischenzeitliche Führung des Gastgebers wieder egalisierte (3:3 /11.). In der Folge bereitete die aggressive Verteidigung der Bachstädter den Messestädtern Schwierigkeiten. Zudem legte der Köthener Rückraum seine Ladehemmungen ab und lag in der 18. Minute hoffnungsvoll 9:5 vorn. Bei diesem Spielstand flüchtete sich Trainer Enrico Henoch mit seinem keinesfalls überzeugenden Team in die erste Auszeit und brachte Torhüter Andreas Nositschka und Thomas Oehlrich ins Rennen. Schon nach der ersten Aktion des Abwehrstrategen schickten ihn die das Spiel mit Übersicht und klaren Entscheidungen leitenden Schiedsrichter Sascha Hauke und Christian Lindig vier Minuten lang auf die Strafbank. Trainer Svajunas Kairis beorderte Steven Just zum fälligen Strafwurf auf die Platte und der Rechtsaußen überwand Andreas Nositschka zum 8:11-Zwischenstand. Wenige Minuten später trat Steven Just erneut an die gleiche Stelle, weil zuvor Leon Wellner Martin Lux grob gefoult hatte, was einen Strafwurf und die Rote Karte nach sich zog. Beim Stand von 13:12 wurden die Seiten gewechselt. Dass die Köthener nur mit einem Ein-Tore-Rückstand in die Kabine gingen, war einer soliden Defensivarbeit und dem glänzend aufgelegten Keeper Christian Kanzler zu verdanken.

Was sich in den ersten elf Minuten nach Wiederbeginn in der wunderschönen Sportstätte des Tabellenführers abspielte, ist bereits bekannt. Den ersten Treffer markierte erneut Steven Just per Strafwurf zum 17:13 (41.). Nach dem 19:15 (44.) erloschen in der Leipziger Offensive zehn Minuten lang die Lichter. Von Souveränität des Tabellenersten keine Spur. Diese Gelegenheit ließen sich die zielstrebig agierenden Gäste nicht entgehen, daraus Kapital zu schlagen. Plötzlich löste sich der Knoten bei den Gästen, deren Abwehr die flinken Gegenspieler des LVB jetzt auch erfolgreicher zu fassen bekam. Mit unbändigem Willen, sicheren Kombinationen und einem prächtig haltenden Torhüter Christian Kanzler marschierte der Tabellenzweite auf den Ausgleich zu, der in der 54. Minute (19:19) auch gelang. Diese Aufholjagd der Bachstädter hatte zur Folge, dass auf alle Mannschaftsteile des Gastgebers Verunsicherung übergriff, die Tom Lüders, Tom Groll und Stefan Luther nutzten und mit ihren Krachern dem LVB nicht nur den K.o. versetzten, sondern auch die ersten Minuspunkte der Saison servierten.

Aufstellung:

HG 85 Köthen: Christian Kanzler, Chris Panhans; Robert Kreller 1, Martin Lux 1, Tom Lüders 1, Jannes Hesse, Stefan Luther 3, Rene Uelsmann 2, Tom Groll 1, Chris Hoffmann, Lukas Krug 5, Lukas Alter, Steven Just 3/3, Bojan Mirilo 4

SG LVB Leipzig: Jan Guretzky, Andreas Nositschka; David Heinig 2, Timo Löser 3, Clemens Uhlig 1, Steve Baumgärtel 4, Thomas Oehlrich, Leon Wellner, David Schreibelmayer, Willi Wenzel, Jonas Hellmann 2, Jonas Leubner, Vincent Neudeck 7/2, Johannes Ruoff, Oliver Seidler 2

Siebenmeter:

HG 85 Köthen 4/3 - SG LVB Leipzig 2/2

Zeitstrafen:

HG 85 Köthen 3 - SG LVB Leipzig

Disqualifikation:

Leon Wellner (27.)

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