Im Spitzenspiel des zehnten Spieltages der Mitteldeutschen Oberliga hat am Sonntagabend der HSV Bad Blankenburg einen wichtigen Sieg einfahren können: Vor überragender Kulisse und in einer streckenweise emotional geführten – aber jederzeit hochklassigen – Partie, gelang den Jungs von HSV Trainer Frank Ihl ein 36:34 Sieg gegen den direkten Konkurrenten um die Tabellenspitze, die HG 85 Köthen. Damit setzten sich die Kurstädter, weiterhin ungeschlagen, an die Tabellenspitze und unterstrichen ihre Ambitionen, bis zum Ende der Halbserie 25:1 Punkte zu verbuchen.
Die zahlreich anwesenden Zuschauer in der GutsMuths-Sporthalle sahen einen rasanten Spielauftakt. Bereits nach sechs gespielten Minuten waren acht Tore gefallen, vier auf jeder Seite. Dabei legten die Gäste aus Köthen immer wieder vor und nutzen die Fehler der etwas nervös wirkenden HSV Offensive konsequent aus. Einmal mehr war es Tobias Jahr im Tor der Bad Blankenburger, der seine Mannschaft im Spiel hielt und eine deutlichere Führung der HG verhinderte. In der siebenten Minute dann netzte Ivo Havel zur erstmaligen Führung für die Gastgeber an diesem Abend ein (5:4). Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit waren es allein die technischen Fehler des HSV, die die Gäste aus Köthen im Spiel hielten. Bis zur 16. Spielminute gelang es den Kurstädtern zwei Mal, eine 2 Tore Führung herauszuspielen; die dann aber immer wieder aus der Hand gegeben wurde. Zwischen der 17. und 23. Minute aber gelang aber auch der Offensivabteilung der Gäste nicht ein Treffer. Der HSV nutze diese Schwächephase nun aus, ging durch einen erneuten Treffer Ivo Havels mit 14:10 in Führung und veranlasste sogleich HG Trainer Ralf Stojan zum Zücken des grünen TimeOut Kartons. Der aber konnte seiner Mannschaft weder zum Offensivdrang des HSV noch zur eigenen Abschlussschwäche etwas mitgeben. Erst fünf Minuten vor der Halbzeitpause gelang den Köthenern nach acht torlosen Minuten der erste Anschlusstreffer (16:11, 25. Minute). Zum Ende der ersten 30 Minuten hielt nicht nur Tobias Jahn seinen ersten 7 Meter an diesem Abend, sondern Paul Weyhrauch verwandelte im Gegenzug einen ebenfalls zugesprochenen 7-Meter zum 19:12 Halbzeitstand.
Unmittelbar nach Wiederanpfiff erhöhte Felix Menge mit dem ersten HSV Angriff in Halbzeit Zwei auf 20:12. Diesen acht Tore Vorsprung vermochten die Gastgeber im weiteren Verlauf allerdings weder zu verwalten noch auszubauen. Martin Lux erwies zudem in der 36. Minute mit einem groben Foul gegen Ivo Havel seiner ohnehin mit nur acht Feldspielern (plus 2 Torhüter) angereisten Mannschaft einen Bärendienst– in Folge dessen er frühzeitig zum Duschen geschickt wurde (rote Karte) – dennoch konnten die Kurstädter daraus aber kein Kapital schlagen. In Unterzahl verkürzten die nun aufopferungsvoll kämpfenden HG’ler sogar auf fünf Tore (23:18, 37. Minute) und nutzen erneut die Fehler im Spielaufbau des HSV durch konsequentes Konterspiel aus. Überdies wirkte der HSV in dieser Spielphase ideenlos und steif in der Offensive. Eine viertel Stunde vor Spielende gelang es den Köthenern gar, bis auf drei Treffer wieder an den HSV heran zu rücken (27:24). Die Unparteiischen Rudolph / Scholz verliehen dem Spiel nun nochmal eine scharfe Note, da sie sowohl für Jurij Petko als auch Radoslav Miler eine zwei Minuten Pause verordneten. Dieses doppelte Unterzahlspiel beflügelte offenbar die auf dem Spielfeld verbleibenden HSV Akteure. Paul Weyhrauch und Donatas Puikis wurden in dieser Phase geschickt zum erfolgreichen Abschluss freigespielt, so dass das Unterzahlspiel ohne ein weiteres Heranrücken der Köthener ablief (30:26, 50. Minute). In den verbleibenden Schlussminuten aber ließ der HSV weitere acht Treffer zu, während im Gegenzug nur sechs Treffer markiert werden konnten. Der überzeugende und in allen Phasen verdiente Sieg des HSV behält damit den leicht herben Abgang, „nur“ zwei Tore im direkten Vergleich gegen die HG 85 Köthen gut gemacht zu haben. HSV Trainer Ihl bekannte aber im anschließenden Trainergespräch: „Wir sind glücklich, hier die zwei Punkte eingefahren zu haben“.
Für den HSV Bad Blankeburg spielten: Tobias Jahn, Felix Herholc, Igor Ardan (2), Erik Merkel, Radoslav Miler (5), Jurij Petko (6), Paul Weyhrauch (12/5), Donatas Puikis (3), Robert Römermann, Florian Schulze, Ivo Havel (5), Michal Mrozek, Felix Menge (3), Martin Hanl
Quelle: Homepage HSV Bad Blankenburg
“Erst nach dem zehnten Spieltag werden wir einen unverklärten Blick auf die Tabelle haben.” gab sich Frank Ihl in der Pressekonferenz des ersten Spieltages vor gut 2 Monaten prophetisch. Der HSV Chef-Trainer sollte damit Recht behalten. Am kommenden Sonntag, dem besagten, zehnten Spieltag der Mitteldeutschen Oberliga, kommt es zum Topspiel der Mitteldeutschen Oberliga und zweifelsohne zu einem der sportlichen Höhepunkte des Jahres in der Kurstadt: Um 16:00 Uhr empfängt der Tabellenzweite, HSV Bad Blankenburg, den aktuellen Spitzenreiter der Liga, die HG 85 Köthen in der Guts Muths-Sporthalle Bad Blankenburg. Beide Mannschaften führen die Tabelle ungeschlagen mit 17:01 Punkten an; lediglich die hauchdünne Tordifferenz von vier Treffern trennen beide Teams. Mit 280 geworfenen Toren stellen die Thüringer damit den stärksten Angriff, die Sachsen-Anhaltiner mit bisher nur 210 Gegentreffern die beste Abwehr der Liga. Die Gäste aus Köthen bewahrten in den vergangenen neun Spielen ebenso eine weiße Weste wie der HSV und ließen lediglich beim besten Aufsteiger der Liga – dem LHV Hoyerswerda – einen Auswärtspunkt liegen.
Auch die Trainerfrage wurde alsbald geklärt: Mit Ralf Stojan als Spielertrainer und Mario Schellbach wurde gewissermaßen HG intern das Amt mit einer Doppelspitze besetzt und gleichzeitig den beiden unerfahrenen Trainern die gewaltige Herausforderung angetragen, die insgesamt acht Neuzugänge in die verbliebene Mannschaft zu intergieren. Sicher sah Prokop die damit verbundenen Anstrengungen und Risiken einer solchen Mamutaufgabe voraus; dennoch sollte er mit seiner letzten These – bisher zumindest – falsch liegen: Denn insbesondere am letzten Wochenende, im Spiel gegen die HSG Freiberg, wischten die Köthener jeden bis dahin noch bestehenden Zweifel beiseite, nicht für den Staffelsieg und damit den direkten Aufstieg in Frage zu kommen. Mit einem überzeugenden 36:23 Heimsieg demontierten sie geradezu den Tabellenvierten aus Freiberg. Insbesondere die erstmals gemeinsam im Anfangskader aufgelaufenen Leipziger Lukas Binder und Martin Müller drückten der Partie Ihren Stempel auf und trugen mit insgesamt 16 Treffern zum Endergebnis bei. Stojan und Schellbach haben also bisher ganze Arbeit geleistet und die Mannschaft der HG 85 Köthen auf den Punkt vorbereitet und eingestellt.



